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Wenn ein Kind oder Erwachsener in deiner Familie im Autismus-Spektrum ist, kennst du wahrscheinlich die Herausforderungen des selektiven Essverhaltens. Manchmal reicht schon eine bestimmte Konsistenz, Farbe oder Form, um eine starke Ablehnung auszulösen. Was können wir also als Eltern oder Betreuungspersonen tun?
Was ist selektives Essverhalten?
Selektives Essen bedeutet, dass jemand nur eine sehr begrenzte Auswahl an Lebensmitteln akzeptiert – oft abhängig von bestimmten Marken, Texturen oder dem Aussehen. Im Autismus-Spektrum ist das sehr häufig und hat nichts mit „wählerisch sein“ zu tun – es ist oft eine Reaktion auf sensorische Empfindlichkeiten oder ein starkes Bedürfnis nach Routine.
Typische Beispiele sind:
- Nur knusprige Lebensmittel essen und weiche oder breiige Speisen ablehnen.
- Nur weiße Lebensmittel bevorzugen (z. B. Reis, Nudeln, Hähnchen).
- Tage- oder wochenlang das gleiche Essen zu sich nehmen und es dann plötzlich ganz verweigern.
Was kann helfen?
Nach unserer Erfahrung sind die wichtigsten Schlüsselwörter: Geduld, Spiel und kleine Schritte.
- Keinen Druck ausüben: Zwang verstärkt oft die Ablehnung. Sanfte Ermutigung funktioniert langfristig besser.
- Essen spielerisch gestalten: Verwende Ausstechformen, bunte Teller oder Muffinförmchen, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
- Mini-Kostproben: Auch wenn das Kind nur das Essen berührt, daran riecht oder es ableckt – das ist bereits ein Fortschritt.
- In die Zubereitung einbeziehen: Einkaufen oder gemeinsam Kochen kann die Angst abbauen und das Interesse an neuen Lebensmitteln fördern.
Machst du dir Sorgen um die Nährstoffzufuhr?
Das ist absolut verständlich – eine einseitige Ernährung kann Bedenken hinsichtlich der Vitamin- und Mineralstoffversorgung aufwerfen. In solchen Fällen ist es am besten, sich an eine Kinderärztin oder einen Ernährungsberater zu wenden.
Eine ausgewogene Ernährung ist ein langfristiger Weg – besonders bei Autismus. Wichtig ist, sich nicht allein zu fühlen. Viele Familien stehen vor ähnlichen Herausforderungen, und jeder kleine Erfolg zählt.
Zusammenfassung
Selektives Essen kann Teil des Alltags im Autismus-Spektrum sein – doch es ist möglich, unterstützend zu begleiten. Mit Verständnis, Flexibilität und ein wenig Kreativität können neue Esserfahrungen allmählich akzeptiert werden. Und wenn es heute nur ein neuer Bissen war – dann ist das schon ein Fortschritt.
Hinweis: Die oben genannten Informationen basieren auf Erfahrungen und ersetzen keine medizinische Beratung. Wenn du dir Sorgen um die Ernährung deines Kindes machst, wende dich bitte an eine qualifizierte Fachkraft.
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